Fotografie: © Lukas Beck
Hofstätter Projekte ist ein neuer Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst in Wien, der 2014 von Anton Hofstätter gegründet wurde.

Das programmatische Konzept von Hofstätter Projekte beruht auf einer speziellen Situation: der Verbindung des Kunsthandels Reinhold Hofstätter und der gleichnamigen Privatsammlung mit einem neuen, der zeitgenössischen Kunst gewidmeten Projektraum. Die über viele Jahrzehnte mit Sorgfalt zusammengetragenen Objekte der Sammlung und des Kunsthandels Reinhold Hofstätter umfassen hochklassige Kunst und Kunsthandwerk aus der Zeit des 14. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Diese Konstellation bietet ideale Voraussetzungen für ein Labor zu Fragen der Kunst als zeitübergreifendes Kontinuum.

Das Programm von Hofstätter Projekte zeigt zeitgenössische Positionen, die auf Inhalte der Sammlung im Speziellen oder auf kunsthistorische Fragestellungen im Allgemeinen Bezug nehmen. Mit Zeit, Raum und Medien übergreifenden Projekten interpretieren die KünstlerInnen die Idee einer unteilbaren Kunst im Wechselspiel von Vergangenem und Gegenwärtigem. Sie berühren damit letztlich auch zentrale Kunstfragen, indem sie im Dialog mit Werken alter Kunst und/oder kunsthandwerklichen Objekten die Kategorien (Skulptur, Objekt, Installation, etc.) und den Status (Hochkunst, Kunsthandwerk, Volkskunst, etc.) von Artefakten ebenso zur Diskussion stellen wie die grundsätzliche Zeit- und Kontextbedingtheit von Sinn und Bedeutung aller künstlerischen Handlungsformen.

Mit seiner Neonarbeit ALL ART HAS BEEN CONTEMPORARY hat Maurizio Nannucci die inhaltliche Ausrichtung von Hofstätter Projekte auf den Punkt gebracht. Der Satz bezieht sich einerseits auf Kunst als ein Kulturen und Zeiten übergreifendes Phänomen, andererseits auf die Unschärfe des Kunstbegriffs an sich, der jeweils aus Ort und Zeit heraus neu zu definieren ist.



Sophie Tappeiner, Director
Flora Peyrer-Heimstätt, Gallery Assistant
Hartmut Fleiß, Restorer


Fotografie: © Lukas Beck