Constantin Luser

Das Neueste wird das Älteste sein

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Hofstätter Projekte freut sich neue Werke des österreichischen Künstlers Constantin Luser zu präsentieren. Neben einer Auswahl seiner Arbeiten auf Papier und Aluminium werden in dieser Ausstellung eigens konzipierte Skulpturen gezeigt. Luser hat, wie seine Vorgänger auch, Carte Blanche für seine Interpretation des umfangreichen Themas von Hofstätter Projekte ALL ART HAS BEEN CONTEMPORARY (Maurizio Nannucci) erhalten.

Lusers Drahtskulpturen, die eine räumliche Umsetzung seiner Arbeit darstellen, waren ursprünglich Fortführungen seiner zweidimensionalen, zeichnerischen Arbeiten haben sich mit der Zeit zu selbständigen "Raumzeichnungen" entwickelt. Im Rahmen dieser Ausstellung erweitert der Künstler seine Skulpturen um eine weitere Facette: Er integriert Objekte aus der Sammlung Hofstätter, wie z.B. Fragmente einer Barockskulptur oder einer Klarinette in sein Werk und vereint so Altes mit Neuem.
Drei kleine Glaskuben sind durch eine schlichte, geometrische Messingkonstruktion verbunden. In den beiden Glasbehältnissen an der Basis befinden sich jeweils eine rechte und eine linke Hand – Fragmente einer Barockskulptur. Der dritte Kubus erhebt sich mittig über den anderen beiden und präsentiert den kleinen Finger der linken Hand auf einem weißen Taschentuch.
Die Hände scheinen sich nach etwas zu strecken, sie scheinen etwas fassen zu wollen, das außerhalb ihrer Reichweite, ihrer Welt liegt. Der Titel der Arbeit – Die Beschwörung / Barokuza – ist eine Wortzusammensetzung aus Barock und Yakuza (japanische Mafia) und weckt so wie die Skulptur selbst vielfältige Assoziationen.
„Im Zugriff auf sein kontinuierlich anwachsendes Archiv von Bilddaten agiert der Künstler dem modernen User vergleichbar, der durch das grenzenlose Universum digitaler Datennetzwerke navigiert, Informationen verarbeitet und neu zusammenstellt.“(Hans Peter Wipplinger)
Die Grundlage von Lusers Praxis bildet sein sich stetig erweiterndes Ideenrepertoire, das er in Notizbüchern festhält. Diese Bücher enthalten Reales und Fantastisches, Motive aus natürlichen und artifiziellen Welten, Geschriebenes und Autobiographisches. Gesichter, Organismen, architektonische oder kartographische Elemente, bizarre Maschinen, Symbole, szenische Anordnungen sowie Gedanken werden präzise und detailliert festgehalten.

Die Zeichnung ist für Luser Ausgangspunkt seines künstlerischen Schaffens. Oft mit mehreren verschiedenfarbigen Finelinern gleichzeitig schafft Luser seine vielschichtigen, verschlungenen Bildgeflechte, in denen jeglicher Maßstab aufgehoben wird. So eröffnet er den BetracherInnen „mannigfaltige Assoziationsräume zwischen Realität und Imagination.“ (Wipplinger)